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Entwicklung von digitalen Produkten und Services: Ein Schnellstart - Part 2

Im ersten Teil unseres Blog-Beitrags haben wir die Wichtigkeit und die Eckpunkte einer Produkt-/Markteintrittsstrategie erläutert. Dieser zweite Teil setzt darauf auf und geht tiefer auf Nutzer- und Kundenorientierte Schlüsselaktivitäten bei der Entwicklung von digitalen Produkten und Services ein. 

Definiere und kommuniziere den Produktwert durch einwandfreie Nutzer- und Kundenerfahrung


Es ist unmöglich, ein Produkt an den Markt zu bringen, ohne zuvor die Grundlagen für eine besondere Nutzererfahrung (User Experience (UX)) und Kundenerfahrung (Customer Experience (CX)) zu legen.
Indem Sie eine nahtlose UX und CX liefern, steigert sich unweigerlich der Produktwert und es wird einfacher, geschäftliche Ziele zu erreichen. Daher sollen Sie hart daran arbeiten, beide Aspekte - CX und UX – zu perfektionieren.

Sind UX und CX nicht Einerlei? Nein, definitiv nicht.

UX widmet sich der Interaktion mit dem Produkt oder dem Service, und der allgemeinen Erfahrung bei dessen Verwendung. Spezifisch betrachtet UX auch das Design einer Nutzeroberfläche, der Bedienung in den Aspekten von Bedienbarkeit, Navigation, Vorhersagbarkeit, visueller Hierarchie und Informationsarchitektur.

Auf der anderen Seite hat CX einen deutlich größeren Umfang und betrachtet, wie Nutzer und Kunden mit allen Aspekten der Marke – einschließlich Produkten, Kundenservice, Sales-Prozess, Werbung, Brand-Reputation und Pricing – und wie der Nutzer sich damit fühlt.

Nachdem wir nun die Unterschiede zwischen UX und CX geklärt haben, sollten Sie sich so schnell wie möglich der Analyse und darauf basierend der Optimierung ihrer eigenen UX und CX widmen.

Verbessern der Nutzererfahrung in fünf Schritten

Um eine gute UX zu gewährleisten, sollten sie besonderes Augenmerk auf folgende Aspekte legen:

  1. Konsistenz:
    Stellen Sie sicher, dass der Nutzer über alle Geräte und Situationen die gleiche Erfahrung hat.
  2. Einfachheit:
    Entfernen Sie unnötige Schritte entlang der Customer Journey.
  3. Fluss:
    Ermöglichen Sie den Nutzern eine nahtlose Navigation entlang der Berührungspunkte in der Customer Journey.
  4. Nutzerkontrolle:
    Geben Sie Nutzern die Möglichkeit, das Produkt unabhängig und effizient zu nutzen.
  5. Zugang:
    Gestalten sie Ihr Produkt für möglichst viele Nutzer zugänglich.

Verbessern der Kundenerfahrung in fünf Schritten

Um eine gute CX zu gewährleisten, sollten sie besonderes Augenmerk auf folgende Aspekte legen:

  1. Kommunikation:
    Vereinfachen Sie den Kommunikationsprozess für einfachere Interaktionen in Echtzeit.
  2. Personalisierung:
    Ermöglichen Sie dem Nutzer, seine Erfahrungen zu personalisieren.
  3. Kundenzentrierung
    Stellen Sie den Kunden bei jedem Aspekt in den Mittelpunkt.
  4. Geschwindigkeit:
    Reagieren Sie so schnell wie möglich auf Anfragen, Wünsche und Feedback der Kunden.
  5. Proaktivität:
    Gehen Sie aktiv auf Kunden zu und binden diese ein, statt nur zu reagieren.

Nach dem Abschluss der grundlegenden Produkt-/ Wettbewerbs-/ Nutzer-Research sollten Sie in der Lage sein, eine erste Hypothese im Bezug auf die Überlebensfähigkeit Ihres Produkts und der möglichen Wirkung im Markt aufzustellen.

Anhand von Prototypen sollten Sie in der Lage sein, diese Hypothese durch Testen zu bestätigen / zu widerlegen.

Baue einen Prototyp des Produkts und teste ihn

Ein Prototyp ist eine der besten Möglichkeiten, den Wert des Produktes für den Nutzer zu demonstrieren. Das Release des Prototypens vom MVP (Minimum Viable Product, ein Produkt mit mindest-Funktionalität) vor dem offiziellen Marktstart zeichnet ein klareres Bild davon, wie das Produkt genutzt und wie damit interagiert wird.

Stellen Sie sich vor, wie viel einfacher es ist, ein Produkt an den Kunden zu bringen, das man zeigen kann. Es benötigt weniger Vorstellungskraft und ein kurzer Eindruck des Produkts kann viele Zweifel aus dem Weg räumen, die sonst vom Kauf abhielten.

Nutzen Sie die Erkenntnisse der Marktforschung, um einen Prototypen zu erschaffen, danach folgt ein Betatest mit wirklichen Kunden. Betatests helfen, die Marktreife zu testen, die Kundenerfahrung frühzeitig zu evaluieren, und – noch wichtiger – Aufmerksamkeit zu generieren.
Durch das Betatesting können Sie Probleme identifizieren und bereits Lösungen entwickeln.

Sollte während der Testphase Ihre Hypothese widerlegt oder ein Mangel entdeckt werden, ist alles in Ordnung.
Sie haben nun noch die Möglichkeit, einen Schritt zurück zu gehen und das Problem zu beseitigen, ohne in der Haftung für die Funktionalität des Produktes zu sein. Sollte alles funktionieren, sind Sie bereit für den Marktstart.

Der Zeitraum zwischen erfolgreichen Testen des Prototyps und dem offiziellen Start ist eine Phase, der Pre-Launch, in der Sie den Markstart vorbereiten sollten.

Nutzen sie den Pre-Launch, um starke Nachfrage zu erzeugen

Diese Phase beinhaltet jegliche Aktivitäten, die zum offiziellen Marktstart führen - und findet normalerweise Wochen (manchmal auch Monate) davor statt.

Der Pre-Launch ist der ideale Zeitpunkt, um den Zeh ins Wasser zu stecken, sich einen Namen zu machen und den Kunden auf das vorzubereiten, was kommt.
Wenn Sie ihre Hausaufgaben gemacht haben, wird es Ihnen leichter fallen, die Aufmerksamkeit der Zielgruppen (und deren Meinungsführern) zu bekommen. Gleichzeitig sind sie glaubwürdig genug, um die Einzigartigkeit und den Wert des Produkts auf den verschiedenen Kanälen anzupreisen.

Ziel ist es, massiv an Aufmerksamkeit zu gewinnen und eine spannungsvolle Zeit bis zum Startdatum zu erzeugen. Sie sollten – mindestens- einen strategischen Mix von Kommunikationsmaßnahmen ausspielen, um einen erfolgreichen Start zu garantieren.

Sie können das beste Produkt der Welt haben. Ohne die beste Promotion wird niemand davon erfahren. Aufmerksamkeit zu erzeugen ist die wichtigste Aufgabe, um ein Produkt erfolgreich an den Markt zu bringen.

Du kannst nichts verkaufen, wenn Du nichts zu sagen hast“ -  Beth Comstock

Abhängig von der bestehenden Schlagkraft, Budget und der ganzheitlichen Marketingstrategie finden Sie hier eine (nicht vollständige) Liste möglicher Taktiken, um das Produkt bis zum großen Tag zu vermarkten. Ein strategischer Mix dieser Maßnahmen erzeugt dabei mehr Aufmerksamkeit.

  1. Baue Landingpages
    Eine Landingpage oder Microsite mit den wichtigsten Informationen des Produkts. Fügen sie einen Countdown hinzu, um Erwartungen zu wecken.
     
  2. Ermögliche Vorbestellungen
    Erstellen Sie eine weitere Landingpage, auf der Nutzer das Produkt vorbestellen können. Die Möglichkeit der Vorbestellung kann als Indikator für das Interesse am Produkt dienen.
     
  3. Schreibe Newsletter
    Senden Sie Email-Kampagnen an die Zielgruppe. Partner und Influencer sollten als Teil der Gesamtstrategie ebenso involviert werden. Nutzen Sie Emails zur Information, worum es bei dem Produkt geht, und wie Kunden davon profitieren.
     
  4. Verteile Pressemitteilungen
    Schreiben Sie Pressemitteilungen und verteilen diese über verschiedene Kanäle, um Wahrnehmung und Reichweite zu vergrößern.
     
  5. Veröffentliche Blogposts
    Erstellen Sie teilbaren Content zum Produkt und betreffenden Themen, um Traffic auf der Website zu generieren und somit die Sichtbarkeit zu erhöhen.
     
  6. Poste Social Media Updates
    Etablieren Sie eine Präsenz in verschiedenen sozialen Medien, um noch mehr Aufmerksamkeit und den bevorstehenden Marktstart zu erzeugen.
     
  7. Begünstige Early-Adopters
    Bieten sie Vorbestellern und Early-Adopters einen Rabatt oder vergleichbare Benefits. Diese Pricing-Taktik kann die Zahl der Verkäufe zum Marktstart enorm nach oben treiben. Aber selbst nach dem Start sollten sie strategisches Pricing verwenden, um die Käufe nach der Markteintrittsphase zu steuern oder zu treiben.

Schaue auf die Zahlen und re-evaluiere nach dem Markteintritt

Nachdem das Produkt erfolgreich an den Markt gebracht wurde, sollten sie sich der Nutzerevaluierung widmen und Feedback sammeln.
Folgende Punkte sollen sie nach dem Start klären:

Wie war das Feedback der Nutzer?
Nutzen sie das Feedback der Nutzer, um Ihre Stärken und Schwächen einzuschätzen und diese in Zukunft aktiv zu nutzen bzw. zu überkommen.  

Wie viele Conversions entstanden durch die Website?
Sollten die Zahlen nicht den Erwartungen entsprechen, richten sie den Blick auf das UX Design, um mögliche Hindernisse entlang der Customer Journey zu finden.

Wie steigern wir Conversions und generieren neue Leads?
Denken sie über Möglichkeiten nach, neue Nutzer zu erschließen. Zum Beispiel kostenfreie Tests, Demonstrationen Informationen oder Produktvideos.

Nun, da der Fokus auch auf Conversions und Leads liegt, hier noch ein Hinweis auf die Aspekte von Conversion-Centered-Design.
Die Kernthesen beinhalten:

Verkapselung
Nutzen sie einen Tunnel-Effekt, um die Aufmerksamkeit des Nutzers zum Call-to-Action (CTA) zu lenken.

Kontrast
Sorgen sie dafür, dass der CTA farblich im Kontrast zum Hintergrund steht.

Richtungshinweise
Platzieren sie Pfeile oder legen sie Pfade an, um die Nutzer zum CTA zu führen.

White Space
Nutzen sie großflächigen Weißraum, um den CTA einfacher erkennbar zu machen.

Dringlichkeit und Knappheit
Durch bestimmte Reize können sie den Nutzer zu schnelleren Kaufentscheidungen bewegen, so deutet ein geringer Lagerbestand hohe Nachfrage an.

Try before buy
Erlauben sie den Nutzern, das Produkt vor einem Kauf zu testen.

Social Proofing
Erwecken sie durch Testimonials oder Bewertungen anderer Nutzer zusätzliches Vertrauen.

Diese sieben Punkte sollen lediglich als Einstieg zum Conversion-Centered Design dienen. Behalten Sie stehts die Metriken und Zahlen im Blick, um das Verhalten der Nutzer zu verstehen. Die gesammelten Daten werden dabei helfen, das Produkt zu verbessern und zukünftig noch mehr Conversions zu erzeugen.

Schlusswort

Ein (digitales) Produkt oder einen Service an den Markt zu bringen, ist spannend, herausfordernd und manchmal sogar beängstigend. Daher ist durchdachte Planung und Ausführung essenziell. Wir von Batten & Company wissen, welche vielseitigen Aspekte es zu berücksichtigen gilt und haben aus diesem Grund ein starkes Netzwerk hinter uns.

Die Zukunft ihrer Idee hängt davon ab, welche Entscheidungen Sie jetzt treffen und wie Nutzer- und Kundenerfahrungen gestaltet werden. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Entscheidungen einen Mehrwert haben und seien Sie immer einen Schritt voraus.

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